TEXTE 07/2025 Für Mensch & Umwelt Abschlussbericht Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Systematische Bewertung der acht umsatzstärksten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels nach Umwelt-, Sozial- und Tierwohlkriterien. von: Marlene Sander, Lena von Saldern, Felix Harrer, Christian Schader Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Schweiz Carola Schafhausen, Christina Weber, Christian Herzig Justus-Liebig-Universität Gießen Rebecca Franz-Wippermann, Christian Lambertz Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland Jan Niessen Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm Herausgeber: Umweltbundesamt TEXTE 07/2025 Ressortforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Forschungskennzahl 3723 36 302 0 FB001698 Abschlussbericht Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Systematische Bewertung der acht umsatzstärksten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels nach Umwelt-, Sozial- und Tierwohlkriterien. von Marlene Sander, Lena von Saldern, Felix Harrer, Christian Schader Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Schweiz Carola Schafhausen, Christina Weber, Christian Herzig Justus-Liebig-Universität Gießen Rebecca Franz-Wippermann, Christian Lambertz Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Deutschland Jan Niessen Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm Im Auftrag des Umweltbundesamtes Impressum Herausgeber Umweltbundesamt Wörlitzer Platz 1 06844 Dessau-Roßlau Tel: +49 340-2103-0 Fax: +49 340-2103-2285 buergerservice@uba.de Internet: www.umweltbundesamt.de Durchführung der Studie: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Ackerstrasse 113 5070 Frick Schweiz Abschlussdatum: November 2024 Redaktion: Fachgebiet II 1.1 Übergreifende Aspekte des produktbezogenen Umweltschutzes, Nachhaltige Konsumstrukturen, Innovationsprogramm Hyewon Seo DOI: https://doi.org/10.60810/openumwelt-7693 ISSN 1862-4804 Dessau-Roßlau, Januar 2025 Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen. mailto:buergerservice@uba.de https://doi.org/10.60810/openumwelt-7693 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 5 Kurzbeschreibung: Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance des deutschen Lebensmitteleinzelhandels Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat mit seinem bedeutenden Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette sowie den Konsum eine tragende Rolle als Gatekeeper an zentralen Stellschrauben des Ernährungssystems (Keller et al., 2022). Der deutsche Markt wird von den acht umsatzstärksten Unternehmen dominiert (ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Netto Markendiscount (MD), Lidl, Kaufland, REWE, PENNY), die gemeinsam einen Marktanteil von über 75 Prozent haben (BMEL, 2020). Das Ziel dieser Studie war es, die Nachhaltigkeitsperformance der acht umsatzstärksten LEH- Unternehmen in Deutschland systematisch zu bewerten. Dabei wurden die Nachhaltigkeitsbereiche “Umwelt”, “soziale Verantwortung” und “Tierwohl” betrachtet. Mithilfe eines Bewertungsrasters bestehend aus 23 Handlungsfeldern, 90 Indikatoren und 103 Subindikatoren wurde die Nachhaltigkeitsperformance der LEH-Unternehmen für das Jahr 2023 bewertet. Eingeschlossen wurden alle Produkte des Food-Eigenmarken-Sortiments. Die Datengrundlage bestand aus öffentlich verfügbaren sowie vertraulichen, unternehmensinternen Daten, die die Unternehmen zur Verfügung gestellt haben. Im Bereich “Umwelt” konnten die Ergebnisse zusätzlich mit der vorangegangenen Studie mit Bezugsjahr 2020 von Keller et al. (2022) verglichen werden. Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Unternehmen des LEH viele Aktivitäten in den einzelnen Handlungsfeldern vorweisen können, wobei in den verschiedenen Handlungsfeldern teilweise große Unterschiede zwischen den Unternehmen festzustellen sind. Im Umweltbereich haben sich die Datengrundlage und die Bewertungen im Vergleich zu 2020 insgesamt verbessert. Allerdings weisen die Nachhaltigkeitsstrategien der Unternehmen und deren Umsetzung noch große Lücken auf. Dies gilt für den Bereich „Umwelt“, aber umso mehr für die Bereiche „soziale Verantwortung“ und „Tierwohl“. Im Großen und Ganzen unternimmt der LEH nach wie vor nicht genug, um seiner Rolle als Gatekeeper für eine notwendige Transformation des Ernährungssystems gerecht zu werden. Wir können aus unseren Ergebnissen unmittelbar Handlungsmöglichkeiten ableiten. Diese sind einerseits an die LEH-Unternehmen gerichtet und betreffen viele Bereiche in der Lieferkette, in den eigenen Betriebsstandorten und hinsichtlich des Einflusses auf Verbraucher*innen. Daneben adressieren wir auch den LEH-Sektor als Ganzen sowie Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, die das Umfeld des LEH mitgestalten. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 6 Abstract: Assessment of the sustainability performance of the German food retailers The food retail industry, with its considerable influence on the entire value chain, as well as on consumption, plays a major role as one of the gatekeepers at critical points in the food system (Keller et al. 2022). The German food retail market is dominated by the eight largest companies in terms of sales volume (ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Netto Markendiscount (MD), Lidl, Kaufland, REWE, PENNY), which together have a market share of over 75 per cent (BMEL 2020). The aim of this study was to systematically evaluate the sustainability performance of the eight largest food retail companies in Germany (in terms of sales volume) regarding the sustainability areas of ‘environment’, ‘social responsibility’ and ‘animal welfare’. Utilising an evaluation grid comprised of 23 fields of action, 90 indicators and 103 sub-indicators, the sustainability performance of the food retail companies was evaluated for the year 2023. All goods in the retailers’ own-brand food product ranges were included in this analysis. The data used was made up of both publicly available, as well as private company data, that the food retailers made available to us. Furthermore, the results specifically in the study area of ‘environment’ could be analysed with those of a previous study by Keller et al. (2022), which mean consequently the year 2020 formed the baseline of our comparison in this field. In summary, the food retail companies were able to demonstrate many activities in the individual fields of action, although there were some major differences between companies across and within these fields. Compared to 2020, the overall data quality and assessment results in the area of environmental protection generally improved. However, there were still major gaps in the companies' sustainability strategies and their implementation. While this applies to the “environment” area, these differences were even more pronounced in the areas of “social responsibility” and “animal welfare”. By and large, the food retail industry is still not doing enough to fulfil its role as a gatekeeper for the necessary transformation of the food system. On the basis of our results, we can directly identify action points to improve the food retailers’ sustainability performance going forwards. Many of these action points are directed at food retail companies in many areas of the supply chain, in their own operations and with regard to their influence on consumers. In addition, we also address action points relevant to the food retail sector as a whole, as well as stakeholders in politics, civil society and academia who help shape the business environment of food retail. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 7 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis .................................................................................................................................... 7 Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................... 13 Tabellenverzeichnis ............................................................................................................................... 15 Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................................................... 23 Zusammenfassung ................................................................................................................................. 25 Summary ............................................................................................................................................... 29 1 Einleitung ....................................................................................................................................... 33 2 Methodik ....................................................................................................................................... 37 2.1 Grundlage der Methodik ....................................................................................................... 37 2.2 Bezugsrahmen ....................................................................................................................... 37 2.3 Weiterentwicklung des Bewertungsrasters .......................................................................... 37 2.3.1 Weiterentwicklung der Indikatoren des Bereiches “Umwelt” ......................................... 37 2.3.2 Integration der Indikatoren der Bereiche “soziale Verantwortung” und “Tierwohl” ...... 38 2.3.2.1 Soziale Verantwortung ................................................................................................. 38 2.3.2.2 Tierwohl ........................................................................................................................ 40 2.4 Analyse von Best Practices .................................................................................................... 42 2.5 Gewichtung und Aggregierung der Indikatoren auf Bereichsebene pro Handlungsfeld ...... 43 2.5.1 Indikator-Gewichtung ....................................................................................................... 43 2.5.2 Aggregierung ..................................................................................................................... 43 2.6 Unternehmensbefragung ...................................................................................................... 44 2.7 Bewertung der Unternehmen ............................................................................................... 44 3 Ergebnisse pro Handlungsfeld ....................................................................................................... 46 3.1 Scope Lieferkette .................................................................................................................. 46 3.1.1 Handlungsfeld A: Definition und Priorisierung von Nachhaltigkeitsschwerpunkten in der Lieferkette .............................................................................................................. 46 3.1.1.1 Indikator A1: Durchführung von Environmental Impact Assessments für das Food- Sortiment ...................................................................................................................... 46 3.1.1.2 Indikator A2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten ........................................................................................................ 49 3.1.1.3 Indikator A3: Durchführung von Tierwohl Impact Assessments für das tierische Food Sortiment (Fleisch, Milch, Eier, Fisch) .................................................................. 51 3.1.2 Handlungsfeld B: Ambitionierte Zielsetzung für Nachhaltigkeit in der Lieferkette .......... 53 3.1.2.1 Indikator B1: Zielsetzungen Reduktion Umweltwirkungen Produkte .......................... 55 3.1.2.2 Indikator B2: Zielsetzungen Verpackungen .................................................................. 57 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 8 3.1.2.3 Indikator B3: Zielsetzungen Lebensmittelverluste in der Lieferkette .......................... 59 3.1.2.4 Indikator B4: Zielsetzungen zur Vermeidung von Arbeits- und Menschenrechtsrisiken in den Lieferketten ................................................................. 61 3.1.2.5 Indikator B5: Zielsetzungen zur Steigerung des Tierwohls in den Lieferketten ........... 63 3.1.3 Handlungsfeld C: Monitoring Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette .............................. 64 3.1.3.1 Indikator C1: Monitoring zu Umweltzielen in den Lieferketten ................................... 65 3.1.3.2 Indikator C2: Monitoring zu Zielen in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte in den Lieferketten ........................................................................................................... 67 3.1.3.3 Indikator C3: Monitoring zu Tierwohlzielen in den Lieferketten .................................. 68 3.1.4 Handlungsfeld D: Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen ...................................................... 71 3.1.5 Handlungsfeld E: Zertifizierte Rohstoffe und Produkte .................................................... 75 3.1.5.1 Indikator E1: Anteil zertifizierter Rohstoffe mit umweltrelevanten Zertifizierungen .. 75 3.1.5.2 Indikator E2: Anteil zertifizierte Rohstoffe mit relevanten Zertifizierungen zu sozialer Verantwortung ................................................................................................ 78 3.1.5.3 Indikator E3: Anteil zertifizierte Rohstoffe mit tierwohlrelevanten Zertifizierungen .. 81 3.1.6 Handlungsfeld F: Beschaffungsrichtlinien ......................................................................... 83 3.1.7 Handlungsfeld G: Nachhaltigkeit der Fremdmarken ........................................................ 88 3.1.7.1 Indikator G1: Nachhaltigkeit bei Fremdmarken ........................................................... 88 3.1.8 Handlungsfeld H: Beschaffungs- und Forschungsprojekte ............................................... 91 3.1.9 Handlungsfeld I: Verpackungen ........................................................................................ 95 3.1.9.1 Indikator I1: Materialeinsatz Einwegverpackungen ..................................................... 95 3.1.9.2 Indikator I2: Anforderungen an Zulieferunternehmen zu recycelten/recyclebaren Verkaufs- und Umverpackungen .................................................................................. 97 3.1.9.3 Indikator I3: Verwendung Mehrweggebinde Wareneingang ....................................... 99 3.1.10 Handlungsfeld J: Lebensmittelverluste ........................................................................... 101 3.1.10.1 Indikator J1: Projekte zu Lebensmittelverlusten in den Lieferketten ......................... 102 3.1.11 Handlungsfeld K: Reduktion der Umweltwirkungen Nahrungsmittel tierischer Herkunft .......................................................................................................................... 104 3.1.11.1 Indikator K1: Umsatzanteil Fleisch- und Milchprodukte ............................................ 105 3.1.11.2 Indikator K2: Umsatzanteil pflanzliche (Ersatz-)Produkte .......................................... 107 3.1.11.3 Indikator K3: Graslandbasierte Fütterung bei Wiederkäuern .................................... 109 3.1.11.4 Indikator K4: Soja in der Fütterung ............................................................................. 111 3.1.12 Handlungsfeld L: Stakeholder*innendialog zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette .......... 113 3.1.12.1 Indikator L1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu den Lieferketten ................................................................................................................. 114 3.1.12.2 Indikator L2: Proaktives Engagement für die Nachhaltigkeit in den Lieferketten ...... 116 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 9 3.1.12.3 Indikator L3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen im Sortiment und in den Lieferketten ................................................................................................................. 117 3.2 Scope eigene Standorte ...................................................................................................... 120 3.2.1 Handlungsfeld M: Verankerung von Nachhaltigkeit in den Unternehmensstrukturen und –Strategien .................................................................... 120 3.2.1.1 Indikator M1: Verzahnung strategischer mit operativer Ebene ................................. 120 3.2.1.2 Indikator M2: Governancestruktur (Accountability & Responsibility) ....................... 123 3.2.2 Handlungsfeld N: Definition und Priorisierung von Nachhaltigkeitsschwerpunkten im Betrieb........................................................................................................................ 125 3.2.2.1 Indikator N1: Durchführung von Environmental Impact Assessments an den eigenen Standorten .................................................................................................... 125 3.2.2.2 Indikator N2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten an den eigenen Standorten ........................................................................................ 127 3.2.3 Handlungsfeld O: Ambitionierte Zielsetzung für betriebliche Nachhaltigkeit ................ 129 3.2.3.1 Indikator O1: Zielsetzungen für Umweltwirkungen an eigenen Standorten .............. 130 3.2.3.2 Indikator O2: Zielsetzungen zu Lebensmittelabfällen an den eigenen Standorten ... 132 3.2.3.3 Indikator O3: Zielsetzungen zu sozialer Verantwortung in Bezug auf die eigenen Standorte .................................................................................................................... 134 3.2.4 Handlungsfeld P: “Monitoring der betrieblichen Nachhaltigkeitsziele mittels KPIs” ..... 136 3.2.4.1 Indikator P1: Monitoring zu Umweltzielen an den eigenen Standorten .................... 136 3.2.4.2 Indikator P2: Monitoring zu Zielen sozialer Verantwortung an den eigenen Standorten .................................................................................................................. 138 3.2.5 Handlungsfeld Q: Maßnahmen betrieblicher Nachhaltigkeit ......................................... 139 3.2.5.1 Indikator Q1: Umweltmanagementsystem ................................................................ 141 3.2.5.2 Indikator Q2: Erneuerbare Energie ............................................................................. 142 3.2.5.3 Indikator Q3: Transportemissionen ............................................................................ 144 3.2.5.4 Indikator Q4: Alternative Antriebe ............................................................................. 146 3.2.5.5 Indikator Q5: Energieeffiziente Gebäude ................................................................... 148 3.2.5.6 Indikator Q6: Energieeffizienz Kühlgeräte und Kühlanlagen ...................................... 150 3.2.5.7 Indikator Q7: Einsatz natürliche Kältemittel ............................................................... 151 3.2.5.8 Indikator Q8: Abgasnormen LKWs .............................................................................. 153 3.2.5.9 Indikator Q9: Gender .................................................................................................. 155 3.2.5.10 Indikator Q10: Atypische Beschäftigung ..................................................................... 156 3.2.5.11 Indikator Q11: Einkommensverteilung im Unternehmen .......................................... 158 3.2.5.12 Indikator Q12 Personalvertretung .............................................................................. 159 3.2.5.13 Indikator Q13: Sozialmanagementsysteme und Zertifizierungen .............................. 160 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 10 3.2.6 Handlungsfeld R: Nachhaltige Anlagestrategien in der betrieblichen Vorsorge ............ 162 3.2.6.1 Indikator R1: Nachhaltige Anlagestrategien in der betrieblichen Vorsorge ............... 162 3.2.7 Handlungsfeld S: Betriebliche Lebensmittelabfälle ........................................................ 165 3.2.7.1 Indikator S1: Interne Reduktion der Lebensmittelabfälle an den eigenen Standorten .................................................................................................................. 165 3.2.7.2 Indikator S2: Interne Marktmaßnahmen zur Minimierung von Lebensmittelabfällen .................................................................................................. 167 3.2.7.3 Indikator S3: Weitergabe MHD-Ware zum menschlichen Konsum ............................ 170 3.2.8 Handlungsfeld T: Stakeholder*innendialog betriebliche Nachhaltigkeit ....................... 172 3.2.8.1 Indikator T1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu betrieblichen Aspekten ............................................................................................... 173 3.2.8.2 Indikator T2: Proaktives Engagement für die Nachhaltigkeit zu betrieblichen Aspekten ..................................................................................................................... 175 3.2.8.3 Indikator T3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen an den eigenen Standorten .................................................................................................................. 177 3.3 Scope Konsum ..................................................................................................................... 178 3.3.1 Handlungsfeld U: Gesellschaftliches Engagement zu Nachhaltigkeitsthemen ............... 178 3.3.1.1 Indikator U1: Umweltkampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen ....................... 179 3.3.1.2 Indikator U2: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten ....................................................................... 181 3.3.1.3 Indikator U3: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Tierwohl ................ 183 3.3.2 Handlungsfeld V: Sensibilisierung von Konsument*innen zu Lebensmittelabfällen ...... 185 3.3.2.1 Indikator V1: Sensibilisierung von Konsument*innen zu Lebensmittelabfällen ........ 185 3.3.3 Handlungsfeld W: Unterstützung nachhaltiger Kaufentscheidungen ............................ 187 3.3.3.1 Indikator W1: Berücksichtigung der Umweltwirkungen bei der Produktplatzierung 189 3.3.3.2 Indikator W2: Berücksichtigung der Sozialwirkungen bei der Produktplatzierungen 191 3.3.3.3 Indikator W3: Berücksichtigung Tierwohl bei der Produktplatzierung ...................... 193 3.3.3.4 Indikator W4: Anteil von Waren mit umweltrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ..................................................................................... 194 3.3.3.5 Indikator W5: Anteil von Waren mit relevanten Labels für soziale Verantwortung an gesamten beworbenen Food Produkten ............................................................... 196 3.3.3.6 Indikator W6: Anteil von Waren mit tierwohlrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ..................................................................................... 198 3.3.3.7 Indikator: W7: Anteil an rein tierischen Produkten an gesamten beworbenen Food Produkten ................................................................................................................... 200 3.3.3.8 Indikator W8: Anteil an verarbeiteten Produkten am gesamten Food-Sortiment..... 202 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 11 3.3.3.9 Indikator W9: Anteil an pflanzlichen Ersatzprodukten an gesamten beworbenen Lebensmitteln ............................................................................................................. 202 3.3.3.10 Indikator W10: Produktinformationen (Herkunft und Produktionsweise) ................ 203 4 Zusammenfassung der Ergebnisse .............................................................................................. 206 4.1 Vergleich der Performance nach Handlungsfeldern im Scope „Lieferkette” ..................... 206 4.2 Vergleich der Performance nach Handlungsfeldern im Scope “eigene Standorte” ........... 209 4.3 Vergleich der Performance nach Handlungsfeldern im Scope “Konsum” .......................... 212 4.4 Umweltperformance im Vergleich zu 2020 ........................................................................ 213 4.5 Vergleich der Unternehmensperformance nach Themenbereichen .................................. 214 4.6 Vergleich der Unternehmen ............................................................................................... 215 5 Diskussion .................................................................................................................................... 216 5.1 Aussagekraft der Methode ................................................................................................. 216 5.2 Der deutsche LEH im internationalen und Best Practice Vergleich .................................... 218 6 Schlussfolgerungen ..................................................................................................................... 219 7 Handlungsempfehlungen ............................................................................................................ 221 7.1 Handlungsempfehlungen an die Unternehmen des LEH .................................................... 221 7.1.1 Empfehlungen an die LEH-Unternehmen ....................................................................... 221 7.1.1.1 Lieferkette ................................................................................................................... 221 7.1.1.2 Eigene Betriebe ........................................................................................................... 222 7.1.1.3 Konsum ....................................................................................................................... 222 7.1.1.4 Integrierte Maßnahmen ............................................................................................. 222 7.1.2 Empfehlungen an den LEH als Sektor ............................................................................. 223 7.2 Handlungsempfehlungen an die Politik .............................................................................. 224 7.3 Handlungsempfehlungen an die Zivilgesellschaft ............................................................... 225 7.4 Handlungsempfehlungen an die Wissenschaft ................................................................... 225 8 Literatur ....................................................................................................................................... 227 9 Danksagung ................................................................................................................................. 237 A Anhang: Definition ...................................................................................................................... 238 B Anhang: Bewertungsraster .......................................................................................................... 240 C Anhang: Anpassungen Indikatoren ............................................................................................. 265 D Anhang: Rohstoffgruppen ........................................................................................................... 280 E Anhang: Gewichtung ................................................................................................................... 282 F Anhang: Abweichende Skalen ..................................................................................................... 284 G Anhang: Handzettelanalyse ......................................................................................................... 286 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 12 H Anhang: Zusammenfassung der Bewertungsverteilung der Unternehmen pro Handlungsfeld und Scope .................................................................................................................................... 288 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 13 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Der Lebensmitteleinzelhandel als Gatekeeper im Ernährungssystem .................................................................... 34 Abbildung 2: Bewertung für Handlungsfeld A: “Definition und Priorisierung von Nachhaltigkeitsschwerpunkten in der Lieferkette” ........... 46 Abbildung 3: Bewertung für Handlungsfeld B: “Ambitionierte Zielsetzung für Nachhaltigkeit in der Lieferkette” ............................................ 54 Abbildung 4: Bewertung für Handlungsfeld C: “Monitoring Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette“ ................................... 65 Abbildung 5: Bewertung für Handlungsfeld D: “Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen” .............................................................................. 71 Abbildung 6: Bewertung für Handlungsfeld E: “Zertifizierte Rohstoffe & Produkte” ................................................................................. 75 Abbildung 7: Bewertung für Handlungsfeld F: “Beschaffungsrichtlinien” ..... 84 Abbildung 8: Bewertung für Handlungsfeld G: “Nachhaltigkeit Fremdmarken” ......................................................................... 88 Abbildung 9: Bewertung für Handlungsfeld H: “Beschaffungs- & Forschungsprojekte” ................................................................ 91 Abbildung 10: Bewertung für Handlungsfeld I: “Verpackungen” .................... 95 Abbildung 11: Bewertung für Handlungsfeld J: ”Lebensmittelverluste” ....... 101 Abbildung 12: Bewertung für Handlungsfeld K: “Umweltwirkung Nahrungsmittel tierischer Herkunft” ...................................... 105 Abbildung 13: Bewertung für Handlungsfeld L: “Stakeholder*innendialog zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette” .......................................... 113 Abbildung 14: Bewertung für Handlungsfeld M: “Verankerung von Nachhaltigkeit in den Unternehmensstrukturen & -strategien” ................................................................................................ 120 Abbildung 15: Bewertung für Handlungsfeld N: “Priorisierung von Nachhaltigkeitsschwerpunkten im Betrieb” ........................... 125 Abbildung 16: Bewertung für Handlungsfeld O: “Ambitionierte Zielsetzung für betriebliche Nachhaltigkeit” ................................................... 130 Abbildung 17: Bewertung für Handlungsfeld P: “Monitoring der betrieblichen Nachhaltigkeitsziele mittels KPIs” .......................................... 136 Abbildung 18: Bewertung für Handlungsfeld Q: ”Maßnahmen betriebliche Nachhaltigkeit” ....................................................................... 140 Abbildung 19: Bewertung für Handlungsfeld R: “Nachhaltige Anlagestrategien in der betrieblichen Vorsorge” ............................................... 162 Abbildung 20: Bewertung für Handlungsfeld S: “Betriebliche Lebensmittelabfälle” .............................................................. 165 Abbildung 21: Bewertung für Handlungsfeld T: “Stakeholder*innendialog betriebliche Nachhaltigkeit” ................................................... 172 Abbildung 22: Bewertung für Handlungsfeld U: “Gesellschaftliches Engagement zu Nachhaltigkeitsthemen” ............................... 179 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 14 Abbildung 23: Bewertung für Handlungsfeld V: “Sensibilisierung von Konsument*innen zu Lebensmittelabfällen” ......................... 185 Abbildung 24: Bewertung für Handlungsfeld W: “Unterstützung nachhaltiger Kaufentscheidungen” ............................................................. 188 Abbildung 25: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Lieferkette” bezüglich des Bereiches “Umwelt" ................... 207 Abbildung 26: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Lieferkette” bezüglich des Bereiches “soziale Verantwortung” ................................................................................................ 208 Abbildung 27: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Lieferkette” bezüglich des Bereiches “Tierwohl” ................. 209 Abbildung 28: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “eigene Standorte” bezüglich des Bereiches “Umwelt” ...................... 210 Abbildung 29: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “eigene Standorte” bezüglich des Bereiches “soziale Verantwortung” ................................................................................................ 211 Abbildung 30: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “eigene Standorte” bezüglich des Bereiches “Tierwohl”..................... 212 Abbildung 31: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Konsum” bezüglich des Bereiches “Umwelt” ....................... 212 Abbildung 32: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Konsum” bezüglich des Bereiches “soziale Verantwortung” 213 Abbildung 33: Bewertung der Unternehmensperformance im Scope “Konsum” bezüglich des Bereiches “Tierwohl” ...................... 213 Abbildung 34: Bewertungsverteilung pro Handlungsfeld – Scope “Lieferkette” ................................................................................................ 288 Abbildung 35: Bewertungsverteilung pro Handlungsfeld – Scope “eigene Standorte” .............................................................................. 289 Abbildung 36: Bewertungsverteilung pro Handlungsfeld – Scope “Konsum” ................................................................................................ 289 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 15 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Bewertungsskala des Indikators A1: Durchführung von Environmental Impact Assessments für das Food Sortiment .. 47 Tabelle 2: Bewertung der Unternehmen für Indikator A1: Durchführung von Environmental Impact Assessments für das Food- Sortiment .................................................................................. 48 Tabelle 3: Bewertungsskala des Indikators A2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten .............................................................................. 50 Tabelle 4: Bewertung der Unternehmen für Indikator A2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten .............................................................................. 50 Tabelle 5: Bewertungsskala des Indikators A3: Durchführung von Tierwohl Impact Assessments für das tierische Food Sortiment (Fleisch, Milch, Eier, Fisch) ........................................................ 51 Tabelle 6: Bewertung der Unternehmen für Indikator A3: Durchführung von Tierwohl Impact Assessments für das tierische Food Sortiment (Fleisch, Milch, Eier, Fisch)....................................... 52 Tabelle 7: Bewertungsskala des Indikators B1: Zielsetzungen Reduktion der Umweltwirkungen der Produkte ........................................ 55 Tabelle 8: Bewertung der Unternehmen für Indikator B1: Zielsetzungen Reduktion der Umweltwirkungen der Produkte ...................... 55 Tabelle 9: Bewertungsskala des Indikators B2: Zielsetzung Verpackungen .................................................................................................. 57 Tabelle 10: Bewertung der Unternehmen für Indikator B2: Zielsetzung Verpackungen ........................................................................... 58 Tabelle 11: Bewertungsskala des Indikators B3: Zielsetzungen Lebensmittelverluste in der Lieferkette ................................... 59 Tabelle 12: Bewertung der Unternehmen für Indikator B3: Zielsetzungen Lebensmittelverluste in der Lieferkette ................................... 60 Tabelle 13: Bewertungsskala des Indikators B3: Zielsetzungen zur Vermeidung von Arbeits- und Menschenrechtsrisiken in den Lieferketten .............................................................................. 61 Tabelle 14: Bewertung der Unternehmen für Indikator B4: Zielsetzungen zur Vermeidung von Arbeits- und Menschenrechtsrisiken in den Lieferketten ....................................................................... 62 Tabelle 15: Bewertungsskala des Indikators B5: Zielsetzungen zur Steigerung des Tierwohls in den Lieferketten .......................... 63 Tabelle 16: Bewertung der Unternehmen für Indikator B5: Zielsetzungen zur Steigerung des Tierwohls in den Lieferketten .................... 64 Tabelle 17: Bewertungsskala des Indikators C1: Monitoring zu Umweltzielen in den Lieferketten ............................................ 65 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 16 Tabelle 18: Bewertung der Unternehmen für Indikator C1: Monitoring zu Umweltzielen in den Lieferketten ............................................ 66 Tabelle 19: Bewertungsskala des Indikators C2: Monitoring zu Zielen in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte in den Lieferketten . 67 Tabelle 20: Bewertung der Unternehmen für Indikator C2: Monitoring zu Zielen in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte in den Lieferketten .............................................................................. 68 Tabelle 21: Bewertungsskala des Indikators C3: Monitoring zu Tierwohlzielen in den Lieferketten ........................................... 69 Tabelle 22: Bewertung der Unternehmen für Indikator C3: Monitoring zu Tierwohlzielen in den Lieferketten ........................................... 69 Tabelle 23: Bewertungsskala der Indikatoren D1-D7: Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen ......................................................................... 73 Tabelle 24: Bewertung der Unternehmen für die Indikatoren D1-D7: Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen .......................................... 74 Tabelle 25: Bewertungsskala des Indikators E1: Anteil zertifizierter Rohstoffe mit umweltrelevanten Zertifizierungen ................... 76 Tabelle 26: Bewertung der Unternehmen für Indikator E1: Anteil zertifizierter Rohstoffe mit umweltrelevanten Zertifizierungen .................................................................................................. 77 Tabelle 27: Bewertungsskala des Indikators E2: Anteil zertifizierter Rohstoffe mit relevanten Zertifizierungen zu sozialer Verantwortung ......................................................................... 79 Tabelle 28: Bewertung der Unternehmen für Indikator E2: Anteil zertifizierter Rohstoffe mit relevanten Zertifizierungen zu sozialer Verantwortung ............................................................ 80 Tabelle 29: Bewertungsskala des Indikators E3: Anteil zertifizierte Rohstoffe mit tierwohlrelevanten Zertifizierungen ................. 82 Tabelle 30: Bewertung der Unternehmen für Indikator E3: Anteil zertifizierte Rohstoffe mit tierwohlrelevanten Zertifizierungen .................................................................................................. 82 Tabelle 31: Bewertungsskala der Indikatoren F1-F7: Beschaffungsrichtlinien ............................................................ 85 Tabelle 32: Bewertung der Unternehmen für die Indikatoren F1-F7: Beschaffungsrichtlinien ............................................................ 86 Tabelle 33: Bewertungsskala des Indikators G1: Nachhaltigkeit bei Fremdmarken ........................................................................... 89 Tabelle 34: Bewertung der Unternehmen für Indikator G1: Nachhaltigkeit bei Fremdmarken ..................................................................... 89 Tabelle 35: Bewertungsskala der Indikatoren H1-H7: Beschaffungs- und Forschungsprojekte .................................................................. 92 Tabelle 36: Bewertung der Unternehmen für die Indikatoren H1-H7: Beschaffungs- und Forschungsprojekte ................................... 93 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 17 Tabelle 37: Bewertungsskala des Indikators I1: Materialeinsatz Einwegverpackungen................................................................ 96 Tabelle 38: Bewertung der Unternehmen für Indikator I1: Materialeinsatz Einwegverpackungen................................................................ 96 Tabelle 39: Bewertungsskala des Indikators I2: Anforderungen an Zulieferunternehmen zu recycelten/recyclebaren Verkaufs- und Umverpackungen .............................................................. 98 Tabelle 40: Bewertung der Unternehmen für Indikator I2: Anforderungen an Zulieferunternehmen zu recycelten/recyclebaren Verkaufs- und Umverpackungen .............................................................. 98 Tabelle 41: Bewertungsskala des Indikators I3: Verwendung Mehrweggebinde Wareneingang ........................................... 100 Tabelle 42: Bewertung der Unternehmen für Indikator I3: Anforderungen an Zulieferunternehmen zu recycelten/recyclebaren Verkaufs- und Umverpackungen ............................................................ 100 Tabelle 43: Bewertungsskala des Indikators J1: Lebensmittelverluste in den Lieferketten ............................................................................ 103 Tabelle 44: Bewertung der Unternehmen für Indikator J1: Lebensmittelverluste in den Lieferketten .............................. 103 Tabelle 45: Bewertungsskala des Indikators K1: Umsatzanteil Fleisch- und Milchprodukte ........................................................................ 106 Tabelle 46: Bewertung der Unternehmen für Indikator K1: Umsatzanteil Fleisch- und Milchprodukte .................................................... 106 Tabelle 47: Bewertungsskala des Indikators K2: Umsatzanteil pflanzliche (Ersatz-)Produkte .................................................................... 108 Tabelle 48: Bewertung der Unternehmen für Indikator K2: Umsatzanteil pflanzliche (Ersatz-)Produkte ................................................. 108 Tabelle 49: Bewertungsskala des Indikators K3: Gradlandbasierte Fütterung bei Wiederkäuern .................................................. 109 Tabelle 50: Bewertung der Unternehmen für Indikator K3: Graslandbasierte Fütterung bei Wiederkäuern...................... 110 Tabelle 51: Bewertungsskala des Indikators K4: Soja in der Fütterung .... 111 Tabelle 52: Bewertung der Unternehmen für Indikator K4: Soja in der Fütterung ................................................................................ 112 Tabelle 53: Bewertungsskala des Indikators L1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu den Lieferketten ............................................................................ 115 Tabelle 54: Bewertung der Unternehmen für Indikator L1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu den Lieferketten ............................................................................ 115 Tabelle 55: Bewertungsskala des Indikators L2: Engagement für die Nachhaltigkeit in den Lieferketten ......................................... 116 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 18 Tabelle 56: Bewertung der Unternehmen für Indikator L2: Engagement für die Nachhaltigkeit in den Lieferketten ................................... 117 Tabelle 57: Bewertungsskala des Indikators L3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen im Sortiment und in den Lieferketten . 118 Tabelle 58: Bewertung der Unternehmen für Indikator L3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen im Sortiment und in den Lieferketten ..................................................................... 118 Tabelle 59: Bewertungsskala des Indikators M1: Verzahnung strategischer mit operativer Ebene .............................................................. 121 Tabelle 60: Bewertung der Unternehmen für Indikator M1: Verzahnung strategischer mit operativer Ebene ........................................ 122 Tabelle 61: Bewertungsskala des Indikators M2: Governancestruktur (Accountability & Responsibility) ........................................... 123 Tabelle 62: Bewertung der Unternehmen für Indikator M2: Governancestruktur (Accountability & Responsibility) .......... 124 Tabelle 63: Bewertungsskala des Indikators N1: Durchführung von Environmental Impact Assessments an den eigenen Standorten ................................................................................................ 126 Tabelle 64: Bewertung der Unternehmen für Indikator N1: Durchführung von Environmental Impact Assessments an den eigenen Standorten .............................................................................. 126 Tabelle 65: Bewertungsskala des Indikators N2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten an den eigenen Standorten ................................................................ 128 Tabelle 66: Bewertung der Unternehmen für Indikator N2: Durchführung von Risikoanalysen zu Arbeits- und Menschenrechten an den eigenen Standorten ................................................................ 128 Tabelle 67: Bewertungsskala des Indikators O1: Zielsetzungen Umweltwirkungen eigene Standorte ..................................... 131 Tabelle 68: Bewertung der Unternehmen für Indikator O1: Zielsetzungen Umweltwirkungen eigene Standorte ..................................... 131 Tabelle 69: Bewertungsskala des Indikators O2: Zielsetzungen zu Lebensmittelabfällen an den eigenen Standorten ................. 133 Tabelle 70: Bewertung der Unternehmen für Indikator O2: Zielsetzungen zu Lebensmittelabfällen an den eigenen Standorten ............ 133 Tabelle 71: Bewertungsskala des Indikators O3: Zielsetzungen zu sozialer Verantwortung in Bezug auf die eigenen Standorte .............. 135 Tabelle 72: Bewertung der Unternehmen für Indikator O3: Zielsetzungen zu sozialer Verantwortung in Bezug auf die eigenen Standorte ................................................................................................ 135 Tabelle 73: Bewertungsskala des Indikators P1: Monitoring zu Umweltzielen an den eigenen Standorten ............................. 137 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 19 Tabelle 74: Bewertung der Unternehmen für Indikator P1: Monitoring zu Umweltzielen an den eigenen Standorten ............................. 137 Tabelle 75: Bewertungsskala des Indikators P2: Monitoring zu Zielen sozialer Verantwortung an den eigenen Standorten ............. 138 Tabelle 76: Bewertung der Unternehmen für Indikator P2: Monitoring zu Zielen sozialer Verantwortung an den eigenen Standorten .. 139 Tabelle 77: Bewertungsskala des Indikators Q1: Umweltmanagementsystem .................................................. 141 Tabelle 78: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q1: Umweltmanagementsystem .................................................. 141 Tabelle 79: Bewertungsskala des Indikators Q2: Erneuerbare Energie .... 143 Tabelle 80: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q2: Erneuerbare Energie .................................................................................... 143 Tabelle 81: Bewertungsskala des Indikators Q3: Transportemissionen ... 145 Tabelle 82: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q3: Transportemissionen .............................................................. 145 Tabelle 83: Bewertungsskala des Indikators Q4: Alternative Antriebe .... 146 Tabelle 84: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q4: Alternative Antriebe .................................................................................. 147 Tabelle 85: Bewertungsskala des Indikators Q5: Energieeffiziente Gebäude ................................................................................................ 148 Tabelle 86: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q5: Energieeffiziente Gebäude ..................................................... 149 Tabelle 87: Bewertungsskala des Indikators Q6: Energieeffizienz Kühlgeräte und Kühlanlagen .................................................. 150 Tabelle 88: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q6: Energieeffizienz Kühlgeräte und Kühlanlagen .................................................. 150 Tabelle 89: Bewertungsskala des Indikators Q7: Einsatz natürliche Kältemittel .............................................................................. 152 Tabelle 90: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q7: Einsatz natürliche Kältemittel ............................................................. 152 Tabelle 91: Bewertungsskala des Indikators Q8: Abgasnormen LKWs ..... 153 Tabelle 92: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q8: Abgasnormen LKWs ....................................................................................... 154 Tabelle 93: Bewertungsskala des Indikators Q9: Gender ......................... 155 Tabelle 94: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q9: Gender ....... 155 Tabelle 95: Bewertungsskala des Indikators Q10: Atypische Beschäftigung ................................................................................................ 157 Tabelle 96: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q10: Atypische Beschäftigung ......................................................................... 157 Tabelle 97: Bewertungsskala des Indikators Q11: Einkommensverteilung im Unternehmen .................................................................... 159 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 20 Tabelle 98: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q11: Einkommensverteilung im Unternehmen .............................. 159 Tabelle 99: Bewertungsskala des Indikators Q13: Sozialmanagementsysteme und Zertifizierungen .................. 160 Tabelle 100: Bewertung der Unternehmen für Indikator Q13: Sozialmanagementsysteme und Zertifizierungen .................. 161 Tabelle 101: Bewertungsskala des Indikators R1: Nachhaltige Anlagestrategien in der betrieblichen Vorsorge .................... 163 Tabelle 102: Bewertung der Unternehmen für Indikator R1: Nachhaltige Anlagestrategien in der betrieblichen Vorsorge .................... 163 Tabelle 103: Bewertungsskala des Indikators S1: Interne Reduktion der Lebensmittelabfälle an den eigenen Standorten ................... 166 Tabelle 104: Bewertung der Unternehmen für Indikator S1: Interne Reduktion der Lebensmittelabfälle an den eigenen Standorten ................................................................................................ 166 Tabelle 105: Bewertungsskala des Indikators S2: Interne Marktmaßnahmen zur Minimierung von Lebensmittelabfällen ........................... 168 Tabelle 106: Bewertung der Unternehmen für Indikator S2: Interne Marktmaßnahmen zur Minimierung von Lebensmittelabfällen ................................................................................................ 169 Tabelle 107: Bewertungsskala des Indikators S3: Weitergabe MHD-Ware zum menschlichen Konsum .................................................... 170 Tabelle 108: Bewertung der Unternehmen für Indikator S3: Weitergabe MHD-Ware zum menschlichen Konsum ................................. 171 Tabelle 109: Bewertungsskala des Indikators T1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu betrieblichen Aspekten .......................................................... 174 Tabelle 110: Bewertung der Unternehmen für Indikator T1: Beschwerdemanagementsystem für Themen mit Bezug zu betrieblichen Aspekten .......................................................... 174 Tabelle 111: Bewertungsskala des Indikators T2: Proaktives Engagement für die Nachhaltigkeit zu betrieblichen Aspekten ........................ 175 Tabelle 112: Bewertung der Unternehmen für Indikator T2: Proaktives Engagement für die Nachhaltigkeit zu betrieblichen Aspekten ................................................................................................ 176 Tabelle 113: Bewertungsskala des Indikators T3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen an den eigenen Standorten ................. 177 Tabelle 114: Bewertung der Unternehmen für Indikator T3: Berichterstattung zu Nachhaltigkeitszielen an den eigenen Standorten .............................................................................. 177 Tabelle 115: Bewertungsskala des Indikators U1: Umweltkampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen ................................................. 180 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 21 Tabelle 116: Bewertung der Unternehmen für Indikator U1: Umweltkampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen ......... 180 Tabelle 117: Bewertungsskala des Indikators U2: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten ................................... 182 Tabelle 118: Bewertung der Unternehmen für Indikator U2: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Arbeits- und Menschenrechten in den Lieferketten ................................... 182 Tabelle 119: Bewertungsskala des Indikators U3: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Tierwohl ............................. 184 Tabelle 120: Bewertung der Unternehmen für Indikator U3: Kampagnen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Tierwohl ...................... 184 Tabelle 121: Bewertungsskala des Indikators V1: Sensibilisierung von Konsument*innen zu Lebensmittelabfällen ........................... 186 Tabelle 122: Bewertung der Unternehmen für Indikator V1: Sensibilisierung von Konsument*innen zu Lebensmittelabfällen .................... 186 Tabelle 123: Bewertungsskala des Indikators W1: Berücksichtigung der Umweltwirkungen bei der Produktplatzierung ...................... 189 Tabelle 124: Bewertung der Unternehmen für Indikator W1: Berücksichtigung der Umweltwirkungen bei der Produktplatzierung ................................................................. 190 Tabelle 125: Bewertungsskala des Indikators W2: Berücksichtigung Sozialwirkungen bei der Produktplatzierung ......................... 191 Tabelle 126: Bewertung der Unternehmen für Indikator W2: Berücksichtigung Sozialwirkungen bei der Produktplatzierung ................................................................................................ 192 Tabelle 127: Bewertungsskala des Indikators W3: Berücksichtigung Tierwohl bei der Produktplatzierung ..................................................... 193 Tabelle 128: Bewertung der Unternehmen für Indikator W3: Berücksichtigung Tierwohl bei der Produktplatzierung ......... 193 Tabelle 129: Bewertungsskala des Indikators W4: Anteil von Waren mit umweltrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ............................................................................... 195 Tabelle 130: Bewertung der Unternehmen für Indikator W4: Anteil von Waren mit umweltrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ...................................................................... 195 Tabelle 131: Bewertungsskala des Indikators W5: Anteil von Waren mit relevanten Labels für soziale Verantwortung an gesamten beworbenen Food Produkten ................................................ 197 Tabelle 132: Bewertung der Unternehmen für Indikator W5: Anteil von Waren mit relevanten Labels für soziale Verantwortung an gesamten beworbenen Food Produkten ................................ 197 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 22 Tabelle 133: Bewertungsskala des Indikators W6: Anteil von Waren mit tierwohlrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ............................................................................... 199 Tabelle 134: Bewertung der Unternehmen für Indikator W6: Anteil von Waren mit tierwohlrelevanten Labels an gesamten beworbenen Food Produkten ................................................ 199 Tabelle 135: Bewertungsskala des Indikators W7: Anteil an rein tierischen Produkten an gesamten beworbenen Lebensmitteln ............ 200 Tabelle 136: Bewertung der Unternehmen für Indikator W7: Anteil an rein tierischen Produkten an gesamten beworbenen Lebensmitteln ................................................................................................ 201 Tabelle 137: Bewertungsskala des Indikators W9: Anteil an pflanzlichen Ersatzprodukten an gesamten beworbenen Lebensmitteln .. 202 Tabelle 138: Bewertung der Unternehmen für Indikator W9: Anteil an pflanzlichen Ersatzprodukten an gesamten beworbenen Lebensmitteln ......................................................................... 203 Tabelle 139: Bewertungsskala des Indikators W10: Produktinformationen (Herkunft und Produktionsweise) .......................................... 204 Tabelle 140: Bewertung der Unternehmen für den Indikator W10: Produktinformationen (Herkunft und Produktionsweise) ..... 204 TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 23 Abkürzungsverzeichnis Abkürzung Erläuterung AgrarOLkG Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetz AHP Analytical Hierarchy Process AMA Agrarmarkt Austria ASC Aquaculture Stewardship Council BAFA Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bAV betriebliche Altersversorgung BMEL Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BSCI Business Social Compliance Initiative BWM Best-Worst-Methode CDP Carbon Disclosure Project CIR Christliche Initiative Romero CSR Corporate Social Responsibility DGNB Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DNK Deutscher Nachhaltigkeitscodex EGalim Etats Généraux de l'Alimentation EM Eigenmarke EMAS Eco Management and Audit Scheme ESG Environmental, Social and Corporate Governance Fair Trade IBD Fair Trade Instituto Biodinamico FAO Food and Agricultural Organization of the United Nations FMCG Fast-Moving Consumer Goods FÖM Faire und Ökologische Marktwirtschaf FONEI Forum Nachhaltigere Eiweißfuttermittel GEPA Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt GIZ Gesellschaft für Inernationale Zusammenarbeit GlobalG.A.P Global Good Agricultural Practice GM Genetically modified GRI Global Reporting Initiative HRIA Human rights impact assessments ILO International Labour Organization, International Labour Organization KPI Key Performance Indicator TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 24 Abkürzung Erläuterung LKSG Lieverkettensorgfaltspflichtengesetz, Lieverkettensorgfaltspflichtengesetz MD Markendiscount MHD Mindesthaltbarkeitsdatum MSC Marine Stewardship Council MSI Multi-Stakeholder-Initiative NGO Nichtregierungsorganisation NPNK Nationales Programm für Nachhaltigen Konsum POS Point of Sale PPA Power Purchase Agreement PV Photovoltaik QR Quick Response RNE Rat für Nachhaltige Entwicklung RSPO Roundtable on Sustainabel Palm Oil RTRS Round Table on Responsible Soy SA Social Accountability SBTi Science Based Targets Initiative SDG Sustainable Development Goal S-LCA Social Life Cycle Assessment SMART Specific, measurable, achievable, reasonable, time-bound SMETA Sedex Members’ Ethical Trade SPRING Sustainable Program for Irrigation and Groundwater Use THG Treibhausgas UBA Umweltbundesamt UN United Nations UN PRI UN Principles on Responsible Investment UTP EU Richtlinie über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette VSS Voluntary Social Standards WFTO World Fair Trade Organization WHO World Health Organization, World Health Organization TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 25 Zusammenfassung Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat mit seinem bedeutenden Einfluss auf die gesamte Lieferkette sowie den Konsum eine tragende Rolle als Gatekeeper an zentralen Stellschrauben des Ernährungssystems inne. Der deutsche Lebensmittelmarkt wird von den acht umsatzstärksten Unternehmen dominiert (ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Netto Markendiscount (MD), Lidl, Kaufland, REWE, PENNY), die gemeinsam einen Marktanteil von über 75 Prozent haben (BMEL, 2020). Diese Unternehmen agieren vor allem nach eigenen marktwirtschaftlichen Interessen, ihr Handeln ist meist vom Wettbewerb untereinander getrieben (BMEL, 2020). Nicht zuletzt, um sowohl der gesellschaftlichen Verantwortung aufgrund ihrer Positionierung als Gatekeeper im gesamten deutschen Ernährungssystem als auch ihren selbstdefinierten Ansprüchen bezüglich ihres Beitrags zur Nachhaltigkeit gerecht zu werden, sollten die Unternehmen neben wirtschaftlichen Faktoren auch Nachhaltigkeitsaspekte (insbesondere Umwelt, soziale Verantwortung und Tierwohl) stärker berücksichtigen und ihr Handeln danach ausrichten. In der vorliegenden Studie wird betrachtet, inwiefern diese acht umsatzstärksten Unternehmen des deutschen LEH Nachhaltigkeit in den Dimensionen der „Umwelt“, „sozialen Aspekte“ sowie des „Tierwohls“ (im Folgenden als „Themenfelder“ bezeichnet) bereits in ihrem unternehmerischen Handeln verankert haben. Dabei wird ihr Handeln sowohl bezüglich der Lieferkette als auch an ihren eigenen Betriebsstandorten sowie bei der Gestaltung der Konsumumgebung (im Folgenden als „Scopes“ bezeichnet) betrachtet. Die Bewertung der Aktivitäten der LEH-Unternehmen wurde mithilfe des Bewertungsrasters basierend auf Keller et al. (2022) vorgenommen, das aus 23 Handlungsfeldern, 90 Indikatoren und 103 Subindikatoren besteht. Neu wurden Indikatoren für die Themenfelder „soziale Verantwortung“ und „Tierwohl“ entwickelt, um auch in diesen Nachhaltigkeitsbereichen eine Bewertung der Leistung der Unternehmen durchführen zu können. Im Bereich „Umwelt“ können die Ergebnisse der aktuellen Bewertung (Bezugsjahr 2023) mit denen der vorangegangenen Studie von Keller et al. (2022) mit dem Bezugsjahr 2020 verglichen, sodass Fortschritte der Unternehmen sichtbar werden. Die Bewertung zeigt, dass sich die Unternehmen des Themas Nachhaltigkeit angenommen haben, allerdings ihre Möglichkeiten, die Transformation des Ernährungssystems aktiv voranzutreiben, noch längst nicht ausschöpfen. Dies gilt für alle untersuchten Nachhaltigkeitsbereiche, wobei sich Unterschiede je nach Handlungsfeld und Unternehmen feststellen lassen. Ökologische Nachhaltigkeit haben die Unternehmen bereits in ihren Unternehmensstrategien verankert und arbeiten an der Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Umgestaltung von Sortiment und eigenen Betriebsstandorten. Insbesondere hinsichtlich der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen haben alle Unternehmen Ziele definiert und sich im Vergleich zur vorangegangenen Studie von 2022 verbessert. Andere Umweltdimensionen wie Biodiversität, Wasser und Ozeane werden jedoch nur teilweise betrachtet, während der Einfluss auf den Boden noch sehr selten berücksichtigt wird. Fortschritte im Vergleich zu 2020 gab es auch im Bereich Lebensmittelverluste und -abfälle, da alle Unternehmen dem „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“ mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beigetreten sind und sich ambitionierte Ziele gesetzt haben. Auch die Sensibilisierung von Konsument*innen zu Umweltthemen hat der LEH grundsätzlich auf der Agenda. Gleichwohl fehlt bei allen Unternehmen eine Gesamtstrategie zur Gestaltung der nachhaltigen Konsumumgebung. Weder bei der Sortimentsgestaltung noch bei Werbung des Sortiments oder Produktplatzierung in den Filialen scheint Nachhaltigkeit eine Rolle zu spielen. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 26 Im Bereich „soziale Verantwortung” wurde der LEH durch das Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, darüber hinaus gibt es aber noch wenig zielführendes Engagement der Unternehmen. Lange Lieferketten für Rohstoffe mit Produktionsrisiken bezüglich der Arbeits- und Menschenrechte sind teilweise im Fokus der Unternehmen, allerdings ohne breit wirksame Maßnahmen zur Vermeidung oder Abschaffung dieser Risiken. Im Bereich „Tierwohl” haben sich einige Unternehmen durch proaktives Engagement hervorgetan, von einer wirkungsvollen Transformation hin zu einer tierwohlfreundlichen Tierhaltung ist die Branche aber noch weit entfernt. Hier müssen die bestehenden Anstrengungen deutlich intensiviert werden, um der gesellschaftlichen Erwartung hinsichtlich der Tierethik gerecht zu werden. Aus dieser Studie lassen sich folgende Handlungsempfehlungen ableiten. Handlungsempfehlungen an die LEH-Unternehmen In den Lieferketten ► Konsequentes Management-by-Objectives hinsichtlich Nachhaltigkeit umsetzen: a) Impact Assessment Methoden verbessern, b) unmissverständliche, messbare und ambitionierte Ziele formulieren und c) konsequentes, umfassendes Monitoring durchführen. ► Datengrundlage zur nachhaltigkeitswirksamen Steuerung der Lieferketten hinsichtlich ökologischer, sozialer und tierwohlbezogener Performance verbessern. ► Produktionspraktiken entlang der Lieferketten verbessern durch konsequente Nutzung von a) staatlichen und privaten Drittstandards (Bio, Fairtrade, Tierhaltungsstufen 3 und 4+) und b) durch Entwickeln eigener anspruchsvollen Beschaffungsrichtlinien. ► Nachhaltigkeit auch bei der Sortimentsgestaltung mit Fremdmarkenprodukten als Kriterium nutzen. In den eigenen Betrieben ► Nachhaltigkeitsthemen mit dem operativen Bereich stärker verzahnen und fördern, zum Beispiel durch finanzielle Anreize für Mitarbeiter*innen im Einkauf und das Category Management. ► Schwerpunkt auf effektive Maßnahmen mit einem nachweisbaren und möglichst hohen ökologischen, sozialen und tierwohlbezogenen Nutzen setzen. ► Eigene Produktions- und Verarbeitungsstätten nutzen, um Nachhaltigkeitsinnovationen zu entwickeln, zu erproben und großflächig umzusetzen. Hinsichtlich Konsum ► Einkaufsstätten- und Regalgestaltung im Sinne der Nachhaltigkeit ausrichten, zum Beispiel durch Nudging-Maßnahmen. ► Den Anteil der nachhaltigeren Produkte im Sortiment ausbauen und deren Absatz durch „Quersubventionierung“ befördern. ► Werbekanäle zur Absatzförderung von nachhaltigeren Produktvarianten nutzen und Werbung von besonders umwelt-, sozial und tierwohlschädlichen Produkten einschränken. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 27 Integrierte Maßnahmen ► Konsistente, unternehmensspezifische Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, die sowohl die Produktion als auch den Absatz umfasst. ► Dialog über Nachhaltigkeitsaspekte mit Stakeholder*innen und Marktpartner*innen im Sinne der “Just Transition” initiieren. ► Transparente, vergleichbare und selbstkritische Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. Handlungsempfehlungen an den LEH Sektor ► Ergebnisse dieser Studie im Hinblick auf die Potentiale von gemeinsamen Sektor-internen Maßnahmen entlang aller 23 Handlungsfelder prüfen. ► Plattform zum gegenseitigen Lernen und gemeinsames Vorankommen der LEH- Unternehmen in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Tierwohl etablieren. ► Unternehmensübergreifende Mindeststandards für transparente, vergleichbare und ausgewogene Nachhaltigkeitsberichtserstattung entwickeln und anwenden. ► Einen „Fond für einen Nachhaltigen Lebensmittelhandel“ zur Finanzierung des Nachhaltigkeits-Fortschritts im Sektor auflegen. Handlungsempfehlungen an die Politik ► Externe Kosten (d.h. ökologische, soziale, gesundheitliche Folgekosten) im Ernährungssektor internalisieren und Rahmenbedingungen schaffen, die die Lenkungswirkung des Instrumentes sicherstellen. ► Angesichts knapper öffentlicher Mittel nachweislich wirksame und transaktionskostenarme Instrumente priorisieren. D.h. unter anderem den Fokus von Kommunikationsmaßnahmen auf konkrete Anreizsysteme oder Regulierungen verlagern. ► Mit dem LEH die Bereitstellung von (anonymisierten) Daten über Lieferketten und Konsum für die Forschung vereinbaren. ► Politische Initiativen wie beispielsweise das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und der Pakt gegen Lebensmittelverschwendung ausweiten und intensivieren. Handlungsempfehlungen an die Zivilgesellschaft ► Den Druck auf den LEH und auf die Politik erhöhen, um Anreize für eine faire Transformation der Ernährungssysteme zu schaffen. Die Einflussnahme der Gesellschaft sollte ausdrücklich nicht nur über Konsumpräferenzen zum Ausdruck kommen. ► Bestehende Aktivitäten von NGOs zum Benchmarking der Unternehmen des LEH verstärken. ► Unabhängige Finanzierung von Projekten zur Transformation der Ernährungssysteme und zur Weiterentwicklung des LEH beispielsweise durch Stiftungen ausloten und intensivieren. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 28 Handlungsempfehlungen an die Wissenschaft ► Forschungsschwerpunkt, der derzeit auf den Konsum- und Landwirtschaftsthemen liegt, auf den LEH und andere einflussreichen Akteur*innen des Ernährungssystems ausweiten und neue Ansatzpunkte für politische Maßnahmen generieren. ► Forschung zum LEH, insbesondere mittels transformativer Ansätze und vom LEH finanziell unabhängige Forschung ausbauen. ► Zusammenarbeit mit den LEH-Unternehmen verstärken und Daten des LEH zur Ermittlung von Nachhaltigkeitswirkungen bestimmter Produkte und Lieferketten sammeln und verbessern, zum Beispiel die Inventardaten für Ökobilanzen von Lebensmitteln. ► Die Daten des LEH verstärkt nutzen, um die Wirkung von Maßnahmen (Informationen, positive und negative Anreize) auf das Verhalten von Akteur*innen, insbesondere der Konsument*innen besser zu verstehen. ► Wissenschaftlich fundiertes Benchmarking der LEH-Unternehmen methodisch weiterentwickeln und in praktische Anwendung bringen. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 29 Summary The food retail industry, with its considerable influence on the entire value chain, as well as on consumption, plays a major role as one of the gatekeepers at critical points in the food system. The German food retail market is dominated by the eight largest companies in terms of sales volume (ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Netto Markendiscount (MD), Lidl, Kaufland, REWE, PENNY), which together have a market share of over 75 per cent (BMEL 2020). These companies primarily act in their own economic interests, and their actions are mostly driven by internal market competition among them and their sector rivals (BMEL 2020). In order to fulfil their social responsibility as gatekeepers within the entire German food system and to meet their self- defined sustainability goals, the companies must take sustainability aspects (especially environmental, social and animal welfare aspects) into account to a greater extent – in addition to economic factors – and consequently adapt their business practices accordingly. This study examines the extent to which the above mentioned eight German food retail companies (in terms of sales volume) have already embedded sustainability in their business activities within the dimensions of ‘environment’, ‘social aspects’ and ‘animal welfare’ (hereinafter referred to as ‘topics’). Their actions were examined with regard to the supply chain, their own operating sites and the design of the consumer environment (hereinafter referred to as ‘scopes’). The evaluation of the food retail companies’ activities was carried out using an evaluation grid based on Keller et al. (2022), which consists of 23 fields of action, 90 indicators and 103 sub-indicators. Indicators for the topics of ‘social responsibility’ and ‘animal welfare’ were newly developed in order to be able to evaluate the companies’ performance in these sustainability areas, in addition to the area of ‘environment’. Specifically, with relation to the area of ‘environment’, the results of the current assessment (reference year 2023) can be compared with those of the previous study by Keller et al. (2022) with the reference year 2020, thus enabling an assessment of the progress made by the companies. Our assessment shows that the companies have taken up the topic of sustainability, but that they are still far from realising their potential to actively drive the sustainable transformation of the food system. This applies to all sustainability areas examined, although differences can be seen depending on the field of action and the company. The companies have already embedded environmental sustainability in their corporate strategies and are working on implementing various measures to transform their product ranges and their operational sites. In particular, all companies have defined targets for reducing their greenhouse gas emissions and have improved their performance on this compared to the previous study in 2022. However, other environmental aspects such as impacts on biodiversity, water quality and ocean pollution are only partially considered, while the impact on soil is still very rarely considered. There has also been progress compared to 2020 in the area of food waste, as all eight food retailers have joined the ‘Pact against Food Waste’ (in German: Pakt gegen Lebensmittelverschwendung) alongside the Federal Ministry of Food and Agriculture (BMEL) and have set themselves ambitious targets. Raising consumer awareness of environmental issues is also on the agenda of the food retailers. However, all eight companies lack an overall strategy for shaping a sustainable consumer environment. Additionally, sustainability does not appear to play a role in the design of the product range, in advertising or in product placement in the stores. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 30 In the area of social responsibility, the entry into force of the Supply Chain Due Diligence Act (in German: Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, LkSG) obliged the food retail industry to take additional action. However, there is still little targeted engagement by companies in this. Long supply chains for raw materials with production risks regarding labour and human rights have partly come into the focus of these companies, however, broadly effective measures to avoid or eliminate these risks are still to be developed. In the area of animal welfare, some companies have distinguished themselves through proactive engagement, but the industry is still a long way from completing an effective transformation to animal-friendly methods of livestock husbandry. Existing efforts in this area must be considerably intensified in order to meet society’s ethical expectations regarding animal welfare. Recommendations for action points for food retail companies In the supply chains ► Implement management-by-objectives with respect to sustainability themes consistently: a) improve impact assessment methods, b) formulate unambiguous, measurable and ambitious targets and c) carry out consistent, comprehensive monitoring. ► Improve the availability of data to enable the effective and sustainable management of supply chains in terms of ecological, social and animal welfare performance. ► Improve production practices along the supply chains by consistently using a) state and private third-party standards (organic, Fairtrade, animal husbandry levels 3 and 4+) and b) by developing your own stringent procurement guidelines. ► Use sustainability as a criterion when designing your product range, including third-party branded products. In your own operations ► Integrate and promote sustainability topics to a greater extent in the company's operations, for example, through financial incentives for employees responsible for purchasing raw products. ► Focus on effective and proven measures that generate the highest possible ecological, social and animal welfare benefits. ► Use in-house production and processing facilities to develop, test and implement sustainability innovations on a large scale. With regard to consumption ► Design shopping outlets and shelves with sustainability in mind, for example by means of nudging measures. ► Expand the share of more sustainable products in the range and promote their sales through company-internal ‘cross-financing’. ► Use advertising channels to promote more sustainable product ranges and restrict advertising of products that are particularly harmful to the environment, society and animal welfare. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 31 Integrated measures ► Develop a consistent, company-specific sustainability strategy that encompasses all aspects of production and sales. ► Initiate a dialogue on sustainability aspects with stakeholders and market partners with a view to ensuring a just transition. ► Publish transparent, comparable and candid sustainability reports. Recommendations for action points in the wider food retail sector ► Review the results of this study with regard to the potential of joint measures within the sector across all 23 fields of action. ► Establish a platform for mutual learning and joint progress among food retail companies in the areas of the environment, social responsibility and animal welfare. ► Develop and apply cross-company minimum standards for transparent, comparable and balanced sustainability reporting. ► Establish a ‘Sustainable Food Trade Fund’ to finance sustainability progress in the sector. Recommendations for action points for policymakers ► Internalise external costs (i.e. ecological, social, health-related downstream costs) in the food sector and create conditions that ensure the leverage effect of such instruments. ► In view of limited public funds, prioritise instruments that are proven to be effective and that have low transaction costs. This means, among other things, shifting the focus of awareness- raising measures to specific incentive systems or regulations. ► Agreements should be made with the food retail industry to provide (anonymised) data on supply chains and consumption for research. ► Political initiatives such as the Supply Chain Due Diligence Act (LkSG) and the Pact against Food Waste should be expanded and intensified. Recommendations for action points for civil society ► Increase pressure on food retailers and politicians to create incentives for a fair transformation of food systems. The influence of society should not be expressed explicitly only through consumption preferences. ► Intensify existing activities of NGOs to ensure benchmarking of food retailers. ► Explore and intensify independent financing of projects for the transformation of food systems and for the further development of food retailing, for example via charitable foundations. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 32 Recommendations for action points for academia ► Expand the research focus, which is currently on consumption and agriculture, to include food retailing and other influential actors in the food system, in order to generate new starting points for policy measures. ► Expand research on food retailing, particularly using transformative approaches that are financially independent of food retailers. ► Strengthen cooperation with food retailers as well as collect and improve data from food retailers to determine the sustainability impacts of certain products and supply chains, (e.g. inventory data for food life cycle assessments). ► Make greater use of food retail data to better understand the effect of measures (e.g. information, positive and negative incentives) on the behaviour of stakeholders, and particularly consumers. ► Further develop scientifically sound benchmarking of food retail companies and put this into practical application. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 33 1 Einleitung Dem Lebensmittelsektor kommt aufgrund seiner starken Auswirkungen auf viele globale und lokale Nachhaltigkeitsherausforderungen eine besondere Bedeutung zu (Wang-Erlandsson et al., 2022). Einerseits hat er große Auswirkungen auf den ökologischen Zustand unseres Planeten, andererseits steht der gesamte Sektor auch vor ethischen Herausforderungen in Bezug auf seine wirtschaftlich-sozialen Aspekte und das Tierwohl (FAO, 2014). Die Nahrungsmittelproduktion ist verantwortlich für rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen und für 70 Prozent des Wasserverbrauchs und des Biodiversitätsverlustes (Crippa et al., 2021; Poore & Nemecek, 2018). Im Lebensmittel- und Agrarsektor sind prekäre Arbeitsverhältnisse besonders ausgeprägt, auch Deutschland ist davon betroffen (FAO, 2012; NDR, o. J.). Auch tierunwürdige Verhältnisse durch Massentierhaltung, enge Platzverhältnisse, fehlender Auslauf und damit verbundene gesundheitliche Probleme in der Tierhaltung sind gesellschaftlich immer weniger akzeptiert (Eichner & Schlosser, 2019; Richter et al., 2025). Die Gefahr der Antibiotikaresistenz stellt eines der zentralen Gesundheitsrisiken in der EU dar und ist mit dem flächendeckenden Einsatz in der Massentierhaltung assoziiert (European Commission, 2014). Keller et al. (2022) zeigen in einer ersten Studie zum Vergleich des deutschen Lebensmittelhandels (LEH) auf, dass dieser eine Gatekeeper-Rolle an der Schnittstelle zwischen Konsum und Produktion einnimmt. Dahingehend besitzt der LEH auch eine Schlüsselrolle zur Lösungsfindung für die Nachhaltigkeitsthemen im Lebensmittelsektor (Brüggemann, 2020; Keller et al., 2022; Seo, 2020; Sexton & Zhang, 2001; Weiss & Wittkopp, 2005). Durch die Sortimentsgestaltung und Produktanforderungen bestimmt der LEH mit, welche Waren und Rohstoffe in welcher Form und zu welchem Preis produziert und konsumiert werden. Durch ein stetig wachsendes Eigenmarkensortiment nimmt der Handel zudem einen immer größeren direkten Einfluss auf die Herstellungsprozesse (Keller et al., 2022). In Deutschland kommt zu dieser Schlüsselfunktion verstärkend hinzu, dass vier große Handelshäuser (EDEKA, REWE, Schwarz-Gruppe, ALDI) rund 76 Prozent des Marktes unter sich aufteilen und entsprechend eine sehr große Marktmacht ausüben (Lebensmittelpraxis, 2023). Weiter sind die deutschen LEH- Unternehmen auch finanzielle Schwergewichte: So gehören die Schwarz Gruppe (ca. 155 Mrd. Umsatz) und ALDI (ca. 130 Mrd.) zu den zehn umsatzstärksten Handelsunternehmen weltweit (NRF, 2023). Der LEH in Deutschland ist zudem besonders hoher Preissensitivität ausgesetzt. In einem gesättigten und umkämpften Markt liegen die Margen tief und Preissenkungen werden entsprechend an Produzenten überwälzt (Schramm-Klein et al., 2017) . Durch die Nähe zu den Konsument*innen ist der Handel Hauptadressat der Forderung nach ethisch verantwortungsvoll und umweltgerecht produzierten Lebensmitteln; eine in Deutschland relativ stark ausgeprägte Dynamik (Schramm-Klein et al., 2017). Durch ihre Gatekeeper-Funktion, ihre Marktmacht, ihre finanziellen Möglichkeiten und durch ihre internationale Rolle als gewichtige Akteur*innen mit globalen Lieferketten tragen deutsche LEH-Unternehmen Verantwortung, dass bei ihren Lieferbetrieben Menschenrechte und Tierwohlstandards eingehalten, sowie faire Arbeitsbedingungen und eine umweltgerechte Produktion ermöglicht werden (Barrientos et al., 2011; Kissi & Herzig, 2023; Sager, 2021). Diese Verantwortung wird durch die gesellschaftliche Erwartung noch weiter gestärkt. Mit einer starken Nachhaltigkeitsorientierung könnten potente Marktakteur*innen jenseits einer operativen Gatekeeper-Funktion auch zum „Sustainability Promoter” oder gar zum „Food Systems Transformer” werden (Geels, 2019). Hier hat in der Vergangenheit der Fair- und Bio- Fachhandel Pionierarbeit geleistet. Fairhandelsunternehmen und fair zertifizierte Produkte haben heute ihre Nischen aber klar verlassen (Kister, 2019) und möchten Konsument*innen und TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 34 Endverbrauch nicht länger nur im Fachhandel mit höchstem Handelsethos (etwa mit einer “WeCare”-Zertifizierung oder im „Weltladen” einer Stadt) erreichen, sondern eben auch alltäglich im LEH. Auch die digitale Verfügbarkeit von Fakten und Bildern über Erzeugungsprozesse und Handelswege, Fischereimethoden und Klimakrise steigern die gesellschaftliche Erwartung nicht nur europäischer Konsument*innen. Höhere Preise für Produkte aus fairer Erzeugung sind mit neuen Geschäftsmodellen und Verbraucher-Ansätzen bereits vereinzelt durchsetzbar („Du bist hier der Chef”-Marke, kooperative Lebensmittelläden). In Forschung und Praxis finden sich viele Impulse in Richtung transformativer Retail und transformativer Konsum (Geels, 2019). Abbildung 1: Der Lebensmitteleinzelhandel als Gatekeeper im Ernährungssystem Quelle: Keller et al. (2022) Die umsatzstärksten Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung grundsätzlich bewusst und haben begonnen sich des Themas anzunehmen (Keller et al. 2022). Allerdings stellen Keller et al. (2022) auch fest, dass die Unternehmen des LEH ihren Handlungsspielraum im Umweltbereich bei weitem nicht ausnutzen. Im Bereich „Tierwohl” und „soziale Verantwortung” steht es ähnlich. Wie im Umweltbereich setzt der Handel bezüglich sozialer Verantwortung und beim Tierwohl auch vor allem auf staatliche und privatwirtschaftliche Zertifizierungssysteme. Beim Tierwohl hat der LEH mit der Haltungsform (https://www.haltungsform.de) bereits seit Jahren ein 4-stufiges Kennzeichnungssystem (Stallhaltung, Stallhaltung Plus, Außenklima, Premium) im Markt etabliert. Die Anteile der Haltungsformen Außenklima und Premium sind im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 zwar von 2,8 auf 3,7 Prozent beziehungsweise von 4,2 auf 5,9 Prozent gestiegen, insgesamt liegen sie verglichen mit den beiden Stallhaltungsformen aber auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau (Statista, 2021). Für die LEH-Unternehmen stellt damit die Vermarktung tierischer Produkte aus Haltungsformen mit höheren Tierwohlniveaus weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wichtige Bereiche wie Transport und Schlachtung bislang bei der Haltungsformkennzeichnung nicht berücksichtigt, werden. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 35 Mit der Einführung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), welches durch die Lieferketten-Initiative der Zivilgesellschaft mit angestoßen wurde, ist gerade im Bereich „soziale Verantwortung” ein mächtiger Hebel von der Politik an den Handel herangetragen worden. Landwirtschaftliche Produktion, Erwerbsarbeit und besonders Saisonarbeit im globalen Ernährungssystem bedeuten im weltweiten Handel prekäre Beschäftigungsverhältnisse, in welchen der Schutz von Menschen- und Arbeitsrechten sehr oft systematisch nicht gewährleistet ist (Limmer et al., 2019). Der umsatzstarke LEH sieht sich daher sowohl freiwillig, als ein Träger der Ernährungswirtschaft, als auch aktuell von staatlicher Seite aus verpflichtet, die Verantwortung für Risiken in den eigenen Wertschöpfungsketten - die aus Erzeugung, Verarbeitung, Veredelung, Handel und Beschaffungspraxis bestehen – mitzutragen. Gesetzgebende Maßnahmen zur Regelung von Sorgfaltspflichten in Lieferketten haben die Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln in Europa, wie auch verstärkt in Ländern des Globalen Südens, unter menschenrechtliche beziehungsweise soziale Verantwortungspflicht gestellt. Die Verhinderung von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierungen jeder Art, sowie der Schutz der Arbeitsrechte aller Menschen entlang der Lieferketten bis zum Konsum sollen in der Lebensmittelproduktion selbstverständlich werden. Die Durchsetzung internationaler Standards (zum Beispiel International Labour Organization (ILO) und World Health Organization (WHO), Charta der Menschenrechte und Kinderrechte der United Nations (UN)) sind und bleiben ein umkämpfter Maßstab staatlicher Regulierung für Politik und Wirtschaft, sehr dynamisch auch in den aktuellen Berichtsjahren des beschaffenden deutschen LEH. Die Handlungsoptionen der umsatzstärksten deutschen Lebensmitteleinzelhändler sind trotz neuem Risiko- und Sorgfaltspflichtenbewusstsein durch harten Wettbewerb und Preiskampf geprägt. Wegen dieser Spannung und Dynamik, gleichzeitig aber der Option einer neuen Rolle als „Transformationsakteur” (Geels, 2019), fügt der Bereich der sozialen Verantwortung dem bestehenden Bewertungsraster für den Bereich „Umwelt“ im Monitoring eine wichtige Dimension hinzu. Der Bereich der sozialen Verantwortung im Wirtschaftshandeln von Unternehmen ist durch Freiwilligkeit gekennzeichnet, und wird von Unternehmensverbänden, Prüfsiegelnormen bis zu Fairhandelsorganisationen im Detail unterschiedlich definiert. Beim Tierwohl wurden Wege für den Umbau der Nutztierhaltung bereits von unterschiedlichen Initiativen ausgearbeitet (zum Beispiel Borchert-Kommission, Zukunftskommission Landwirtschaft) und deren Umsetzung bewertet (Deblitz et al., 2021; Karpenstein et al., 2021). Diese werden allerdings auch sehr kritisch gesehen und der Umsetzungsprozess gestaltet sich als langwierig (Norbert Lehmann, 2022; Simon Michel-Berger, 2023). Trotzdem haben sich verschiedene Unternehmen des LEH teils sehr ambitionierte Zielsetzungen gestellt, den Umstieg auf höhere Haltungsformen (inzwischen 5-stufig: „Stall”, „Stall+Platz”, „Frischluftstall”, „Auslauf/Weide”, „Bio”) und eine Auslistung der Haltungsform „Stallhaltung“ (gesetzlicher Standard) in den nächsten Jahren voranzutreiben. Insgesamt sind die Handlungen der verschiedenen Unternehmen des LEH bezüglich a) Umwelt, b) soziale Verantwortung und c) Tierwohl wenig transparent und werden auch noch vergleichsweise selten wissenschaftlich beforscht. Einige zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsakteur*innen gehen mit kritischen eigenen Veröffentlichungen voran. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) The Questionmark hat in den Niederlanden, Grossbritannien, Schweden und Belgien verschiedene Online-Supermärkte verglichen. Dabei wurden in allen Ländern Umweltaspekte untersucht. Zudem wurden Gesundheitsaspekte TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 36 (Niederlande, Grossbritannien, Schweden), Menschenrechte (Niederlande, Belgien) und Tierwohl (Niederlande) abgedeckt. Derzeit läuft auch eine erste Studie zu Umweltaspekten in Deutschland. The Questionmark konzentriert sich dabei vollständig auf öffentlich verfügbare Daten. Der WWF (Schweiz) beurteilte in den Jahren 2015 und 2019 die Umweltfreundlichkeit der Schweizer Unternehmen im Groß- und Einzelhandel. Außerdem werden durch internationale Organisationen wie die World Benchmarking Alliance (WBA) Unternehmen zunehmend einem internationalen Wettbewerb zu verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten unterzogen. Seit 2018 analysiert Oxfams Supermarktcheck (Oxfam, 2022) die Menschenrechtspolitik großer LEH-Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien. Vier Themen werden dabei anhand von 100 Kriterien bewertet: Transparenz und Strategie, Achtung von Arbeitnehmer*innenrechten bei Lieferbetrieben, Handelsbeziehungen mit kleinbäuerlichen Betrieben und Gender/Frauenrechte. Fast alle deutschen LEH-Unternehmen haben in den letzten Jahren sichtbare Verbesserungen (d.h. Erfüllung von 50-60 Prozent der Kriterien) bezüglich der Menschenrechtspolitik im Einkauf erzielt. Dennoch sei das „System Supermarkt” ein Ausbeutungssystem für die Menschen vor allem in der Erzeugung und am Beginn der Wertschöpfungskette. Fortschritte können seitens der Wissenschaft durch neue ökonomische Konzepte als Zielwert wie das Modell des „Living Income” (Anker Research Institute, 2024; Gröne et al., 2023; Megerle & Weber, 2024), durch regelmäßige Human Rights Impact Assessments (HRIAs) und Steuerung nach erfolgter Risikoanalyse allgemein erreicht werden. Die aktuellen Pilotprojekte in ausgewählten Süd-Nord-Lieferketten (Kakao, Bananen) werden von Oxfam als wichtige erste Schritte bewertet. Die Anpassung der jeweiligen Preisspanne von Einkaufspreisen hin zu existenzsichernden Löhnen in der Erzeugung bleibt dabei für kritische Akteure das wichtigste Ziel. In 2023 veröffentlichte Greenpeace den bereits fünften Supermarkt-Check unter dem Titel „Stillstand statt Fortschritt”. Im Bericht wurde festgestellt, dass die großen LEH-Unternehmen ihr Fleischsortiment weiter nur langsam verbessern. Trotz des angekündigten Umstiegs auf höhere Haltungsformen kommt dieser nur schleppend voran. Die oben genannten Beispiele zeigen, dass bereits unterschiedliche Initiativen existieren, die LEH-Unternehmen hinsichtlich verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte vergleichen. Allerdings fokussieren die existierenden Ansätze sich aber meist auf ganz bestimmte Nachhaltigkeitsthemen oder nutzen ausschließlich öffentlich verfügbare Daten. Ziel der vorliegenden Studie ist es daher, aufbauend auf den Ergebnissen und dem Evaluationsrahmen des vorangegangenen Projektes (Keller et al. 2022) eine umfassende Bewertung der Aktivitäten des deutschen LEH hinsichtlich a) Umwelt, b) soziale Verantwortung und c) Tierwohl vorzunehmen. Dieses Ziel lässt sich in folgende Komponenten aufgliedern: 1. Überarbeitung des Handlungsrasters und der Umweltbewertungsindikatoren aus Keller et al. (2022). 2. Entwicklung von Vergleichskriterien zur Bewertung der sozialen Verantwortung gemäß des Evaluationsrasters aus Keller et al. (2022). 3. Entwicklung von Vergleichskriterien zur Beurteilung von Tierwohl gemäß des Evaluationsrasters aus Keller et al. (2022). 4. Umfassende vergleichende Bewertung der acht größten Unternehmen des deutschen LEH gemäß des weiterentwickelten Handlungsrasters hinsichtlich a) Umwelt, b) soziale Verantwortung in der Lieferkette und c) Tierwohl. 5. Ableitung von Handlungsempfehlungen aus der Bewertung. TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 37 2 Methodik 2.1 Grundlage der Methodik Dieser Bericht baut auf der Studie von Keller et al. (2022) und deren Bewertungsmethodik auf. Kern dieser Methodik ist ein Bewertungsraster, dass nach Handlungsfeldern des LEH zur Verbesserung seiner Umweltperformance gegliedert ist. Diese Methodik erlaubt eine umfassende und vergleichende Beurteilung der Unternehmen und hat sich im Vorgängerprojekt bewährt. Durch die Verwendung des Bewertungsrasters in der vorliegenden Studie, können die umweltbezogenen Ergebnisse größtenteils mit denen aus Keller et al. (2022) verglichen werden. Indikatoren, die sich auf soziale Verantwortung und Tierwohl beziehen, sind ergänzt und in das Bewertungsraster integriert worden. Eine Übersicht über das Bewertungsraster kann in Anhang B gefunden werden. 2.2 Bezugsrahmen Die vorliegende Studie hatte das Jahr 2023 (01.01.2023-31.12.2023) als Bezugszeitraum. Angaben, die sich auf einen anderen Zeitraum bezogen, konnten nicht für die Bewertung berücksichtigt werden, außer bei qualitativen Maßnahmen, die sich auf einen längeren Zeitraum als nur das Jahr 2023 bezogen. Dies wurde bei relevanten Fragen im Fragenbogen an die Unternehmen direkt mit angegeben. Analog zur vorangegangenen Studie von Keller et al. (2022) wurden alle relevanten Strategien, Aktivitäten und Maßnahmen der acht umsatzstärksten LEH-Unternehmen untersucht. Hierbei ist zu beachten, dass die untersuchten Unternehmen (ALDI Nord, ALDI SÜD, EDEKA, Netto Markendiscount (MD), Lidl, Kaufland, REWE und PENNY) unterschiedliche Unternehmensstrukturen aufweisen, sodass die Vergleichbarkeit nur bedingt gegeben ist. ALDI Nord, ALDI SÜD, Netto MD, Lidl und PENNY gehören zu den Discountern, während EDEKA, Kaufland und REWE Vollsortimenter darstellen. Zudem ist hervorzuheben, dass die Daten von EDEKA sich auf die EDEKA Regionalgesellschaft Südwest beziehen und die Ergebnisse damit nicht unbedingt die Nachhaltigkeitsperformance des gesamten Unternehmens darstellen. Wie bereits im vorhergehenden Absatz erwähnt, war der Bezugsrahmen in dieser Studie weitergefasst als der in Keller et al. (2022) beschriebene Ansatz. Während Keller et al. (2022) sich bei den Auswirkungen der Strategien, Aktivitäten und Maßnahmen des LEH ausschließlich auf die Umweltdimensionen Klima, Boden, Biodiversität, Wasser und Ozeane, die ebenfalls für die hier vorliegende Studie für den Bereich “Umwelt” zu Grunde gelegt wurden, beziehen, wurden diese Dimensionen in der vorliegenden Studie um die Bereiche “soziale Verantwortung” und “Tierwohl” erweitert. Auch in dieser Studie wurde die Einflusssphäre der LEH-Unternehmen in die Scopes “Lieferkette”, “eigene Standorte” und “Konsum” eingeteilt, wie bereits bei Keller et al. (2022). Ebenfalls wurde in dieser Studie nur das Eigenmarken-Food-Sortiment inklusive verarbeiteter Produkte berücksichtigt. Welche Rohstoffe genau mit einbezogen wurden, lässt sich aus der Rohstofftabelle (Anhang D) herauslesen. 2.3 Weiterentwicklung des Bewertungsrasters 2.3.1 Weiterentwicklung der Indikatoren des Bereiches “Umwelt” Aufgrund der Erfahrungen aus dem vorangegangenen Projekt (Keller et al. 2022) wurden kleinere Anpassungen am Bewertungsraster vorgenommen. Diese betreffen insbesondere: TEXTE Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Abschlussbericht 38 a) Einfügen eines zusätzlichen Handlungsfeldes zur Beurteilung der grundsätzlichen Einflussnahme der LEH-Unternehmen auf die Nachhaltigkeit von Fremdmarkenartikeln. b) Anpassung der Reihenfolge der Handlungsfelder. c) Anpassung einiger Skalen und des Fragebogens an die Unternehmen, um Fehler der Vorgängerstudie zu beheben. Eine Übersicht über die Änderungen im Vergleich zum Bewertungsraster aus der vorangegangenen Studie ist in Anhang B zu finden. 2.3.2 Integration der Indikatoren der Bereiche “soziale Verantwortung” und “Tierwohl” 2.3.2.1 Soziale Verantwortung Die Handlungsoptionen der umsatzstärksten deutschen Lebensmitteleinzelhändler sind trotz neuem Risiko- und Sorgfaltspflichtenbewusstsein durch harten Wettbewerb und Preiskampf geprägt. Wegen dieser Spannung und Dynamik, gleichzeitig aber der Option einer neuen Rolle als “Transformationsakteur” (Geels, 2019), fügt der Bereich der sozialen Verantwortung dem bestehenden Bewert